Trip nach Cape Coast zu Dominik und Patrick

Am Freitag direkt nach der Schule haben wir uns mal wieder alle zusammen aufgemacht und sind nach Cape Coast gefahren. Nach eine Wartezeit von 2 Std. sind wir losgekommen.
Die Fahrt, hat wie erwartet gute 5 Stunden gedauert, sodass wir am Abend gegen 20:00Uhr in Cape Coast angekommen sind.
Dort hieß es dann erst einmal das Haus bewundern. Zu zweit leben die beiden in einem großen Haus mit Küche, Ess- und Wohnzimmer und 3 Schlafzimmern mit jeweils einem Bad.
Ausgestattet wurden sie ebenfalls mit zwei Laptops mit Internetanschluss, den wir an dem Wochenende ausgenutzt haben.
Da die beiden in einem Sportprojekt arbeiten, haben wir ihnen am Samstag bei einer Veranstaltung für Kinder geholfen.
Auf einem großen Universitätssportplatz haben sich über 120 Kinder gesammelt. Hier haben wir diese dann in Gruppen eingeteilt und mit ihnen verschiedene Übungen gemacht. Ruven und ich haben uns um die Basketballgruppe gekümmert, Patrick hat die Fußballer übernommen und Dominik die ganz kleinen. Das hat wirklich Spaß gemacht, da alle motiviert und gut drauf waren. Fabian hat zwischenzeitlich noch mit einer Gruppe Volleyball gespielt, wenn er nicht mit Mareike auf das Wasser aufgepasst hat, was wirklich nötig war. Die anschließende Wasserausgabe endete auch in einem totalen Chaos, da die Kinder nur noch das Wasser gesehen haben und jegliche Ordnung vergessen war.
Nachdem wir alles aufgeräumt und eingeräumt haben, ist auch schon 2/3 aller Kinder verschwunden.
Als wir gerade losfahren wollten, hörte ich nur noch quietschende Reifen und ein dumpfes Geräusch. Als ich überhaupt verstanden habe, was passiert war, wurde das Kind auch schon in den Bulli gebracht. Auf dem Weg ins Krankenhaus habe ich es versucht zu beruhigen, da es sich heftig bewegt und geschrien hat. Der Junge hatte große Wunden am Kopf und Zähne herausgebrochen, ich hoffte da einfach nur, dass nichts mit seinem Rücken passiert ist.
Ins Krankenhaus gerannt, haben direkt nach einem Arzt gefragt, als Gegenfrage haben wir da nur zuhören bekommen „Haben sie die Karte dabei?…Dann müssen wir ihn erst registrieren!“. Eine Behandlung der Wunden hat er dann von einer Krankenschwester bekommen, die dann auch meinte es sei nichts passiert. Zu dem Zeitpunkt saß der Junge auch wieder aufrecht. Zur Absicherung wollten wir noch ein Röntgenbild machen. Nachdem wir jedoch 2 Stunden auf den dafür zuständigen Mann gewartet haben und der Junge wieder beruhigt bei der Mutter im Arm lag, haben wir uns dafür entschieden zugehen. Während des ganzen Aufenthaltes hat sich kein Arzt den Jungen angeguckt. Auch wurde ein Verletzter ins Krankenhaus eingeliefert, der bewusstlos auf einer Trage lag und eine stark blutende Wunde am Kopf hatte. Dieser wurde mitten im Eingangsraum von den Krankenschwestern behandelt. Jedoch kam es mir vor, als sei die Art der Behandlung und solche Verletzungen selbstverständlich, da keiner darauf zu reagieren schien.
Den Nachmittag haben wir dann im Haus verbracht und nichts besonderes gemacht, außer über den Morgen gesprochen.
Am späten Nachmittag haben Ruven und ich beim Basketballtraining von Dominiks Mannschaft mitgemacht.
Ruven, Mareike und Fabian sind dann am Sonntagmorgen wieder zurückgefahren, während ich noch dort geblieben bin. Am Nachmittag fand dann ein Freundschaftsspiel zwischen der 1.Liga Mannschaft aus Cape Coast, den Dwarfts, die ungefähr deutsches Zweitliganiveau hat, und einer Mannschaft aus der 2. Liga den Vipers, ebenfalls aus Cape Coast, statt. Verantwortliche vom Zweitligateam haben bei Patrick angefragt, ob er ihnen nicht helfen kann, da diese aufsteigen wollen. Aus diesem Grund saß er während des Spiels auch auf der Bank am Spielfeldrand.
Letztendlich endete das schwache Spiel 1:0 für die Dwarfts.
Am Abend hieß es dann nur noch kochen und essen, bevor der Tag auch schon wieder vorbei war.
Am Montag habe ich mich dann früh Richtung Hans Cottage aufgemacht. Hans Cottage ist ein Hotel, das ein Restaurant auf einem kleinen See hat. Das besondere hier ist, dass im See ca. 60 Krokodile leben. Sofern man um den See herumläuft, kann es passieren, dass einem die Tiere über den Weg laufen.
Nachdem ich dort einige Zeit verbracht habe, bin ich zu einer der ältesten Sklavenburgen der Welt nach Elmina gefahren. Die Führung durch diese Burg war wirklich beeindruckend. 1482 wurde diese Burg von den Portugiesen errichten. Schon vorher, in einer Zeit vor dem Sklavenhandel, als die Bodenschätze des Landes geraubt wurden, wurde der Platz als Stützpunkt genutzt. Das Fundament reicht bis zu 100 Meter tief, da es direkt am Strand gelegen ist. 1637 wurde es von den Niederländer erobert. Die St. George Burg in Elmina war einer der wichtigsten Stützpunkte im Bezug auf den Sklavenhandel und ist das älteste europäische Gebäude außerhalb Europas. 1871 wurde die St. George Burg von den Briten übernommen. Diese nutzen die Burg weiter als Handelspunkt und raubten weiter Bodenschätze. Der Sklavenhandel wurde in dieser Zeit mit der Entwicklung von Maschinen weniger. Aus dem Grunde wurde die Burg, bis zur Unabhängigkeit Ghanas im Jahre 1957, von den Briten weiter als Ausbildungszentrum für Polizisten uns Soldaten genutzt.
Nach der Führung hieß es dann erst einmal wieder zurück zu Dominik und Patrick, bevor ich noch zum Cape Coast Castle in der Nähe gefahren bin. Dies habe ich jedoch nur von Außen angeschaut, da es genauso aufgebaut ist, wie die Burg in Elmina.
Am Abend bin ich dann wieder zurück zu den beiden gefahren.
Der nächste Morgen begann wie der vorherige wieder früh. So bin ich zuerst zum Kakum National-Park gefahren. Hier habe ich dann die Führung über die Hängebrücken wahrgenommen. Leider war diese mit einer Gruppe von ca. 25 anderen Touristen, was mich ein wenig gestört hat. Jedoch hat es den Ausblick nicht beeinflusst. Ca. 40 Meter in der Höhe hatte man einen super Blick über den Regenwald. Diesen habe ich auch gute 1,5 Std. genossen, bis es weiter zum Monkey Forest ging.
Der wurde von einem Paar aus Holland aufgebaut. Hier werden einheimische Tiere in kleinen Käfigen sowie 2 Affen an Ketten gehalten. Das war schon schockierend. Als Erklärung meinte der Besitzer, dass es eine Art Tierauffangstation sei und diese Tiere von ihm gerettet wurden. Weiter hat er erzählt, dass er verschiedene Projekte mit der Tierschutzbehörde starten will, wie die Auswilderung von wilden Katzen und Affen. Ich hoffe, dass dies stimmt und die Projekte erfolgreich verlaufen. Da diese Station an einem Berg liegt, hatte man, vor allem auf Grund des guten Wetters, von dort oben ebenfalls eine gute Aussicht.
Nachdem ich mich lange mit denen unterhalten hatte, ging es zurück. Da die anderen beiden ebenfalls müde vom Tag waren hieß es nur noch essen, eine Runde Oware spielen und ins Bett.
Am Mittwoch morgen bin ich dann zurück nach Denchemuoso gefahren, wo ich am späten Nachmittag angekommen bin.
Für mich heißt dann ab dem nächsten Tag die letzten 5 Schultage anzutreten, bevor es Richtung Accra und dann zurück nach Deutschland geht.

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